Selbstzweifel auf dem Weg in die Bühnenwelt

 

In unserer SERIE ZU SELBSTZWEIFELN BEI KÜNSTLERN wollen wir Euch Denkanstöße und Ratschläge geben, wie Ihr vor allem zu Beginn Eurer Karriere Eure Selbstzweifel überwinden könnt. Lasst sie nicht zu einem Hindernis für Euer Fortkommen erwachsen! Ihr werdet sie nie ganz unterdrücken, und das ist auch gut so. Aber mit ein paar Tipps könnt Ihr sie in kreative Kraft umwandeln. Im zweiten Teil unserer Blogserie geht es um Perfektionismus.

Künstler und Selbstzweifel, Teil 2:
Perfektionismus adé – keine übertriebenen Erwartungen bitte!

Wer auf der Bühne steht, sollte sein Instrument oder seine Stimme beherrschen und ein Konzept für seinen Auftritt haben. Aber von Anfang an alles im Griff zu haben ist fast unmöglich. Plakate, Flyer, Webauftritt, Facebookseite, der durchgeplante Konzertabend, Garderobe, Einspielen, Soundcheck, Gage, wen treffe ich wann und wo vor und nach dem Auftritt, wie präsentiere ich mich im Interview mit der Lokalpresse… Das ein oder andere geht eben schief. Und beim nächsten Mal dann nicht mehr. Und verzweifelt nicht: Alle anderen müssen das genauso lernen!

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Wenn Dich die Selbstzweifel quälen, weil Du über Deinen eigenen Perfektionismus stolperst, dann helfen Dir folgende Punkte:

• Stelle prominente Kollegen nicht auf ein Podest!

Prominente Kollegen waren nicht immer prominent, sondern standen auch einmal ganz am Anfang. Sie mussten ebenfalls über einige Hindernisse hinweg und haben vermutlich ähnliche Fehler gemacht wie Du. Sie sind zum jetzigen Zeitpunkt eben ein paar Schritt weitere, und Du kannst da auch hinkommen.

• Verabschiede Dich von übertriebenen Erwartungen und Perfektionismus!

Es geht leichter, wenn man einmal fünf gerade sein lässt. Nicht alles muss von Anfang an perfekt sein. Du warst nicht perfekt ausgeleuchtet? Schade, aber kein Beinbruch. Schreib es auf Deine Checkliste für Auftritte und nimm Dir beim nächsten Mal die Zeit das ordentlich einzurichten.

• Narzissmus ist genauso hinderlich für einen Newcomer wie unnötiges Grübeln

Bin ich geeignet für die Welt auf und hinter der Bühne? Aber ja, was schert mich die Reaktion des Publikums, die haben ja keine Ahnung! Schon mal solche Gedanken gehabt? Damit bist Du nicht alleine, aber beide Extreme für sich genommen als Einstellung hindern Dich am Fortkommen. Natürlich solltest Du Deinem Publikum Beachtung schenken, denn ohne diese Menschen hätte Dein Tun wenig Sinn. Aber mach nicht aus jeder auf die Bühne gerufene Reaktion eines vielleicht angetrunkenen Gasts eine Grundsatzüberlegung über Dein Schaffen. Also, nimm Dein Publikum ernst, aber mute ihm ruhig was zu und vertraue dabei auf Dich selbst!

• Setz Dir erst einmal kleine Ziele!

Das soll nicht heißen, dass Du das große aus den Augen verlieren musst, aber es stresst Dich weniger. Denn wenn Du Dich Schritt für Schritt weiter bewegst, hast Du viel mehr Erfolgserlebnisse. Also überlege Dir in kurzen Abständen, was Du als nächstes erreichen willst. Das kann die Erarbeitung eines neuen Stücks sein oder tolle Fotos für Deine Eigendarstellung, mit denen Du Dein neues Plakat gestalten kannst. Oder dass Du eine bestimmte Person, die ein wichtiger Multiplikator für Dich ist, persönlich bei Deinem nächsten Auftritt begrüßt.

• Lerne aus Deinen Fehlern!

Ein simpler Ratschlag, der auf so ziemlich alles im Leben anwendbar ist. Also nimm Dir nach einem Projekt oder einem Auftritt eine Stunde Zeit und überlege: Was ist gut gelaufen, was nicht. Wie kannst Du bestimmte Dinge optimieren, was ist vielleicht noch eine Nummer zu groß im Moment. Schreib Dir das alles auf und setze Prioritäten fürs nächste Mal. Und dann wieder neu austesten!

• Es darf auch mal ruckeln.

Als Künstler willst Du immer 100 Prozent geben um Dich abzusetzen von der Masse. Aber wundere Dich nicht, wenn Dein Weg nicht kontinuierlich in eine Richtung geht. Oft läuft es eine zeitlang gut ohne großen Aufwand, aber dann kommt eine Durststrecke mit viel Einsatz. Vielleicht hilft Dir das Paretoprizip (benannt nach Vilfredo Pareto, 1848–1923): Es besagt, dass 80 % der Ergebnisse mit 20 % des Gesamtaufwandes erreicht werden. Die verbleibenden 20 % der Ergebnisse benötigen mit 80 % die meiste Arbeit. Wenn Du nach Perfektionismus strebst, solltest Du das im Hinterkopf behalten.

 

MEHR DAZU

Künstler und Selbstzweifel, Teil 1:
Vergleiche Dich nicht mit anderen, sondern lerne von ihnen!
Künstler und Selbstzweifel, Teil 3:
Der Weg ist das Ziel.

One thought to “Künstler und Selbstzweifel – Perfektionismus adé!”

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